Kosten der Unterkunft (KdU) Rechner — § 22 SGB II
Prüfe in 30 Sekunden, ob das Jobcenter deine Miete und Heizkosten vollständig übernehmen muss. Mit aktuellen Mietspiegeln aus über 100 Städten.
Was sind Kosten der Unterkunft (KdU)?
Die Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) umfassen nach § 22 SGB II alle laufenden Wohnkosten, die das Jobcenter bei Empfänger:innen von Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) und Sozialhilfe übernimmt:
- Kaltmiete (Grundmiete ohne Nebenkosten)
- Kalte Betriebskosten (Wasser, Müll, Hausmeister, etc.)
- Heizkosten (Gas, Öl, Fernwärme, Strom für Warmwasser bei dezentraler Erwärmung)
- Nebenkosten-Nachzahlungen (einmalig)
Stromkosten für Beleuchtung und Haushaltsgeräte sind nicht Teil der KdU — die werden aus dem Regelsatz bezahlt.
Wer hat Anspruch auf KdU-Übernahme?
Jeder Empfänger von Grundsicherungsgeld oder Sozialhilfe hat grundsätzlich Anspruch auf die Übernahme der angemessenen Kosten der Unterkunft. „Angemessen" heißt dabei: Die Wohnung muss sowohl in der Größe(z.B. 50 qm für Einzelpersonen, 60 qm für Paare) als auch im Mietpreis(orientiert am lokalen Mietspiegel) im akzeptierten Rahmen liegen.
Das Jobcenter hält deine Miete für „unangemessen"?
In vielen Fällen kann sich ein Widerspruch lohnen. Drei häufige Gründe, warum eine Kürzung rechtswidrig sein kann:
- Kein schlüssiges Konzept: Das Jobcenter muss seine Angemessenheits-Tabelle wissenschaftlich begründen. Viele Konzepte halten gerichtlicher Prüfung nicht stand (BSG-Rechtsprechung).
- 6-Monats-Frist nicht beachtet: Bei zu hoher Miete musst du erst 6 Monate Zeit bekommen, die Kosten zu senken — solange werden die vollen Kosten weiter gezahlt (§ 22 Abs. 1 Satz 3 SGB II).
- Heizkosten falsch gekürzt: Ein bundesweiter Heizspiegel gilt nur als Prüfmaßstab — eine pauschale Kürzung darunter kann rechtswidrig sein.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn meine Miete zu hoch ist?
Das Jobcenter fordert dich auf, die Kosten zu senken. Du hast 6 Monate Zeit — währenddessen werden die vollen Kosten noch übernommen. In dieser Zeit kannst du eine günstigere Wohnung suchen, untervermieten, umziehen oder die Miete senken.
Werden Heizkosten immer voll übernommen?
Heizkosten werden in tatsächlicher Höhe übernommen, solange sie angemessen sind. Als Orientierung dient der bundesweite Heizspiegel. Bei Verbrauch über dem Wert der Kategorie „zu hoch" droht eine Kürzung — du kannst aber Gründe nennen (z.B. schlechte Dämmung, Krankheit, Familiengröße).
Gilt die KdU-Prüfung auch für Wohneigentum?
Ja. Bei Wohneigentum werden Hauslasten (Zinsen, Grundsteuer, Versicherungen, Heizung) übernommen, aber keine Tilgungsanteile (Bundessozialgericht).
Was zählt zur Bedarfsgemeinschaft (BG)?
Zur BG gehören alle Personen im selben Haushalt, die wirtschaftlich zusammenleben — also Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, unverheiratete Paare in eheähnlicher Gemeinschaft und minderjährige Kinder.
Wie genau ist dieser KdU-Rechner?
Der Rechner basiert auf den aktuellen Mietspiegel-Tabellen aus über 100 deutschen Städten und den Wohnflächengrenzen der Wohnraumförderungsgesetze. Die Grenzwerte können sich kommunal unterscheiden — bei Streitfällen zählt die Tabelle deines Jobcenters.